Veranstaltungstipp: Stadt Nach Acht: Musikclubs: Wie ändern wir die Baunutzungsverordnung?

Es kommt Bewegung in eine längst überfällige Debatte: Die Bundestagsfraktionen von LINKEN und GRÜNEN arbeiten und fordern in jüngsten Anträgen im Deutschen Bundestag an einer geänderten Einstufung von Clubs in der Baunutzungsverordnung, welche kulturelle und künstlerische Zwecke verfolgen. Künftig sollten diese Musikspielstätten als sogenannte Anlagen für kulturelle und soziale Zwecke eingestuft und nicht mehr als Vergnügungsstätten behandelt werden.

Rechtlich kämen mit diesem ersten Schritt Musikclubs einer Anerkennung und Wertschätzung als Kultureinrichtungen näher, wie sie Opern- und Theaterhäusern, Konzertsäle sowie Programmkinos seit je her genießen.

Parallel zum Bundestagsgeschehen entsteht auch auf Länderebene zu diesem Ziel eine Dynamik: Rot-Rot-Grün greift in Berlin in einem eigenen Antrag eine Initiative des Landesverbands der CDU auf, um Clubs in der Hauptstadt künftig als Anlagen kultureller Zwecke anzusehen und sich in einer Bundesratsinitiative für eine Reform der BauNVO für die Anerkennung auf Bundesebene einzusetzen.

Doch wie ließe sich diese Form der Anerkennung auf Bundesebene in der Gesetzgebungspraxis bewerkstelligen? Welche Folgen hätten eine neue Systematik in der Baunutzungsverordnung (BauNVO)? Wo liegen die Grenzen zwischen Kultureinrichtung und Vergnügungsstätte? Darf künftig auch im Wohngebiet getanzt werden? Diese und weitere Fragen debattieren wir mit Politiker*innen auf Bundes- und Landesebene.
Info

Teilnehmer*innen:

Erhard Grundl | GRÜNE , MdB, Sprecher für Kulturpolitik
Caren Lay | LINKE, MdB, Sprecherin für Mieten-, Bau- und Wohnungspolitik
Christian Goiny | CDU, MdA Sprecher für Haushalt und Medien Berlin
Bernd Daldrup | SPD, MdB, Obmann des Ausschuss für Bau, Wohnen, Stadtentwicklung und Kommunen (angefragt)
Dr. Wolfgang Hopp | ZENK Rechtsanwälte Partnerschaft mbB, Hamburg

Moderation: Thore Debor | Clubkombinat Hamburg e.V., LiveKomm AG Kulturraumschutz

Weitere Informationen zur Konferenz unter:
http://2019.stadt-nach-8.de/

 

LiveKomm Mitglieder können vergünstige Tickets erwerben. INfos in der Geschäftstelle.

Erste Schutzmaßnahmen für Musikclubs auf Bundesebene in Sicht?

Pressemitteilung

Erstmals behandelt der Deutsche Bundestag die Einstufung und Anerkennung von Musikclubs als Kultureinrichtungen und weitere Fragen für einen Kulturraumschutz.

(C: L.Meinen)

Allein in den letzten 24 Monaten mussten etliche Musikspielstätten ihre Veranstaltungsbetriebe schließen. Eine auszugsweise Liste von Clubs, deren Gewerbemietverträge aufgrund von Anwohnerbeschwerden und Wohnungsbau unfreiwillig endeten, führt quer durch das Bundesgebiet in große Metropolen, als auch in Kleinstädte: Scandale (Cottbus), Rosis (Berlin), Damenundherren (Düsseldorf), Essener Studio (Essen),  Spritzehaus (Frankfurt), White Rabbit (Freiburg), Kleiner Donner (Hamburg), Schwimmbad-Club (Heidelberg), So&So (Leipzig), MMA (München), Bogaloo (Pfarrkirchen), Tonstudio (Stuttgart), New Basement (Wiesbaden) und Butan (Wuppertal) fungieren als Beispiele zur Darstellung der Bedrohungslagen von Musikclubs. Doch es keimt ein Stück Hoffnung für eine Zukunft von Deutschlands Clublandschaft auf:  „Erste Schutzmaßnahmen für Musikclubs auf Bundesebene in Sicht?“ weiterlesen

Kultur goes Stadtplanung – Stadtplanung goes Kultur?

Rückblick auf die Diskussionssrunde zur Vereinbarkeit von Wohnen, Arbeiten und Kultur

(Blogbeitrag von Thore Debor, Sprecher AG Kulturraumschutz)

Im Rahmen der Reeperbahn Festival Konferenz 2019 erörterten Julia Erdmann (Gründerin, Julia Erdmann Socialtecture (JES), Till Kniola (Referent für Popkultur und Filmkultur, Kulturamt der Stadt Köln), Sascha Tegtmeyer (Leitung Urban Data Hub, Landesbetrieb Geoinformation &Vermessung) und Florian Tienes (Gesellschafter, AG.URBAN) unter dem Titel „Kultur-Integrierte Stadtentwicklung – Kultur goes Stadtplanung“ mit dem Moderator Thore Debor (Geschäftsführer, Clubkombinat Hamburg e.V.) den Status und die Visionen für eine intensive  Abstimmung zwischen Kulturschaffenden und Stadtplaner*Innen. Hintergrund bilden die – insbesondere in Metropolen – zunehmende Nachverdichtung und der damit einhergehende drohende Verlust von Freiräumen für Kulturinstitutionen. Die Kernfrage lautete, wie es künftig gelingen kann, die Lebendigkeit der Städte zu erhalten? „Kultur goes Stadtplanung – Stadtplanung goes Kultur?“ weiterlesen

Technische Modernisierung: Programm zur Förderung für kleine und mittelgroße Liveclubs wird fortgesetzt

  • Kleine und mittelgroße Clubs werden bei notwendigen Investitionen unterstützt
  • Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters MdB stellt für die technische Erneuerung der Liveclubs erneut eine Million Euro zur Verfügung
  • Initiative Musik setzt das Programm gemeinsam mit der LiveKomm um
  • Antragsstart: Montag, 11. November 2019, 10 Uhr

Das Förderprogramm „Technische Erneuerungs- und Sanierungsbedarfe in Livemusikspielstätten in Deutschland“ (TE-SA) geht in die zweite Runde. Damit unterstützt die Initiative Musik in Kooperation mit der LiveKomm weiterhin die Modernisierung der technischen Grundausstattung in Musikclubs.

Durch TE-SA werden Anschaffungen in den Bereichen Bühnentechnik, visuelle Aufführungstechnik sowie Sound- und Backlinetechnik ermöglicht, für die kleinen und mittelgroßen Clubs sonst die finanziellen Mittel fehlen.

„Technische Modernisierung: Programm zur Förderung für kleine und mittelgroße Liveclubs wird fortgesetzt“ weiterlesen

„Making Listening Safe“ vs. „Music is not noise“

Blogbeitrag von Thore Debor (Sprecher AG Kulturraumschutz)

Im September 2019 trafen sich erstmals Audrey Guerre und Marc Wohlrabe von der Live DMA mit Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf.

Gesprächsauslöser waren die von der WHO im Oktober 2018 veröffentlichen Lärmrichtlinien für die europäische Region, in denen Lärm als eine der größten Umweltgefahren für die körperliche und geistige Gesundheit und das Wohlbefinden identifiziert wurde. In ihren Richtlinien definiert die WHO Geräusche, die von Live-Musikdarbietungen stammen, als „Lärmbelästigung“ und stuft Musik als „Freizeitlärm“ mit schadhaften Geräuschen gleich, die von motorisierten Fahrzeugen erzeugt werden. Laut WHO gehört zum Freizeitlärm der Besuch von Nachtclubs, Pubs, Konzerten und Musikveranstaltungsorten. „„Making Listening Safe“ vs. „Music is not noise““ weiterlesen

SAVE THE DATE!!! Open Club Day – 3rd European edition- 1. Februar 2020

Am Samstag, 1. Februar 2020 ist es wieder soweit!!!
Am OPEN CLUB DAY öffnen in ganz Europa Musikspielstätten  ihre Türen und es finden Live-Musikveranstaltungen, Führungen Podiumsdiskussionen und etliches mehr statt.

Anmeldung und weitere Infos zur Veranstaltung findet ihr unter: http://openclubday.com/

 

TheOpen Club Day 2019aftermovie:
https://www.youtube.com/watch?v=vSTmocXSjgE

Graphic Design: Formes Vives
Co-funded by theCreative Europe Programmeof the European Union

Vorstandswechsel bei der LiveKomm

  • Axel Ballreich wechselt in die Position des ersten Vorstandsvorsitz
  • Felix Grädler in den erweiterten Vorstand gewählt
  • Vielfältiges Tagungsprogramm lockt mehr als 50 Club- und         Festivaldelegierte nach Hamburg

Am 19.09.2019 lud die Live Musik Kommission, der Bundesverband der Musikspielstätten in Deutschland e.V. (kurz LiveKomm) ihre Mitglieder zur Jahresmitgliederversammlung. Seit 2013 hält der Bundesverband seine Herbsttagung im Rahmen des Reeperbahn Festivals in Hamburg ab und ist im Konferenzprogramm für den Bereich Club- und Festivalkultur zuständig.

Auf der Vollversammlung wurden die Delegierten der Mitgliedsnetzwerke darüber informiert, dass ab sofort Axel Ballreich (Concertbuero Franken und Hirsch Nürnberg) die Position des ersten Vorsitzenden einnehmen wird. Ballreich ist Gründungsmitglied des Verbands und seit 2012 im geschäftsführenden Vorstand tätig. Karsten Schölermann hingegen wechselt auf die Position des stellvertretenden Vorsitzenden. Er erklärte, dass er im Herbst 2020 nicht mehr zur Wahl antreten werde. „Vorstandswechsel bei der LiveKomm“ weiterlesen

Wertschätzung von Musik in der Bevölkerung gewachsen

Langzeitstudie zur Musiknutzung ermittelt steigende Zahlungsbereitschaft für Musik

Hamburg, 18. September 2019 – Musik hat für die in Deutschland lebenden Menschen einen zunehmenden Wert: Der Langzeitstudie „Musiknutzung in Deutschland“ zufolge sind die Befragten bereit, mehr Geld für ein physisches Album (+4 %) oder ein Digitalalbum (+12 %) einer für sie interessanten Künstlerin/eines Künstlers auszugeben als noch vor einem Jahr. Auch die Wertschätzung von Live-Konzerten hat zugenommen (+9 %), dabei entscheiden die Befragten genauer welche Veranstaltungen sie besuchen. Dies gilt besonders für Menschen mit musikalischer Vorbildung: Bei ihnen besteht in allen Bereichen eine überdurchschnittliche Zahlungsbereitschaft – gleichzeitig konsumieren sie weniger Mainstream und suchen häufiger aktiv nach neuer Musik. Die Nutzung kostenpflichtiger Musik-Streamingdienste hat auf nun 26 Prozent zugelegt. Auch der Besitz von Smart Speakern (+4 Prozentpunkte) ist gestiegen. Inzwischen verfügen 14 Prozent der Befragen über ein intelligentes Lautsprechersystem, der weitüberwiegende Teil von ihnen (83 %) nutzt es zum Musikhören. Insgesamt wird Musik jedoch zunehmend mobil genossen, Stereoanlagen sind hingegen rückläufig (-5 Prozentpunkte).   „Wertschätzung von Musik in der Bevölkerung gewachsen“ weiterlesen

LiveKomm Programm zum Reeperbahn Festival steht

  • „AG Festival Kombinat“ zieht eine erste Bilanz
  • „AG Kulturraumschutz“ diskutiert über integrative Stadtentwicklung
  • Impuls Vortragsreihen beschäftigten sich mit nachhaltigen Lösungen für Club- und Festivalbetreiber*innen

Vom 19.09. bis 20.09.2019 veranstaltet die Live Musik Kommission, der Bundesverband der Musikspielstätten in Deutschland e.V. (kurz LiveKomm) ihre jährliche Herbsttagung im Rahmen des Reeperbahn Festivals.  „LiveKomm Programm zum Reeperbahn Festival steht“ weiterlesen